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Mein Herzblatt – warum sieht ein Herz so aus? Eine kleine Geschichte der Herzform

Ring mit Herz-Schatten

Wenn das Licht in einem bestimmten Winkel auf einen Ring trifft, entsteht ein Schatten in Herzform – wie hier in unserem Geschäft in Rotterdam

Die Form, in der wir das Herz malen, gibt es schon seit tausenden von Jahren. Auch die Verwendung als Symbol der Liebe ist bereits sehr alt. So wurden etwa im Brautschmuck bei Hofe kleine goldene Plättchen in Herzform verwendet. Doch weshalb hat sich diese Form durchgesetzt, die doch dem eher runden anatomischen Herzen in keiner Weise gleicht?

Das Rätsels Lösung ist… ein Blatt. Selbst im 3. Jahrtausend v. Chr. wurden Feigenblätter oft auf diese Art und Weise gezeichnet. Auch die alten Griechen bemalten ihre Vasen mit Weinblättern, die in der Form dem heutigen Herzsymbol sehr glichen. Der griechische Gott Dionysos, der unter anderem für die Lebenslust „zuständig“ war, wurde oft mit einem Kranz aus Weinblättern auf seinem Kopf dargestellt. Wurde ein einzelnes Blatt nun jemandem überreicht, so nannte man dies „Symbolon“ – daher unser heutiger Begriff Symbol.

Auf Grabsteinen und Särgen wurden später oft vergleichbare Blätter abgebildet, die allerdings eher Efeu- statt Weinblätter darstellten. Das immergrüne Efeublatt galt als Symbol der Unsterblichkeit – und der ewigen Liebe, die den Tod überdauert. Die Efeupflanze, dies war bereits im alten Griechenland bekannt, kann bis zu 400 Jahre alt werden – für die Menschen damals eine kleine Ewigkeit. Daher war ein Efeublatt ein passendes Bild für eine Liebe, die ewig dauern sollte.

Doch wie entstand die Verbindung dieses Blattsymbols mit dem Herzen, das in unserer Brust schlägt? Die Antwort auf diese Frage ist wahrscheinlich im Mittelalter zu finden. In den handgeschriebenen und –bemalten Büchern des Mittelalters diente das Efeu- oder Weinblatt der alten Griechen und Römer als dekoratives Element und wurde oft in Bildern verwendet. So wurden Blätter an einem Baum in der Regel in dieser Form gezeichnet – und zwar nicht nur in grüner, sondern auch in roter Farbe. Rot – die Farbe des Lebens und des Blutes, das unser Herz pumpt. Rote Blätter, die die Liebe symbolisieren sollten, wurden über die Jahre hinweg immer häufiger gezeichnet.

Im Mittelalter, der Zeit der Minne, wurden die holden Damen nicht nur mit Gesängen und Gedichten umworben, sondern es wurde auch in Turnieren um sie gekämpft. Das rote Herzsymbol stand hier außerdem für Tapferkeit und Mut. Auch heute noch wird der Begriff „beherzt“ mit Mut in Verbindung gebracht. Auch in den Liebesszenen der Minneliteratur tauchte das Herz auf. Gestand ein Edelmann seiner Angebeteten seine Liebe, so reichte er ihr in den Darstellungen oft (s)ein Herz in der bekannten Form, während er die andere Hand auf das in seiner Brust schlagende Herz legte. So war die Transformation vom Blatt zum Symbol der Liebe nun vollendet.

Religiöse Darstellungen nutzten nun ebenfalls dieses Herz, welches unter anderem Jesus und Maria in kirchlichen Gemälden und Fresken in die Brust gemalt wurde. Die Herz-Jesu-Verehrung der katholischen Kirche trug besonders dazu bei, dass sich das Herzsymbol in der christlichen Welt verbreitete. Auch auf den allseits beliebten französischen Spielkarten sowie italienischen Tarock-Karten war das Herzsymbol abgebildet.

Trauringe Weißgold mit Herz-DiamantHeute ist das Herz als Symbol der Liebe überall zu finden… auch auf unseren Ringen! Neben der Möglichkeit, Herzen in die Gravur mit einzuarbeiten – sei es dezent auf der Innenseite oder mit individueller Lasergravur auch auf der Außenseite der Ringe – gibt es auch Ringmodelle, die mit herzförmigen Diamanten besetzt sind. In Zukunft werden wir uns dem Thema „Ringe mit Herz“ besonders widmen – es bleibt spannend!